Mittwoch, 2. Februar 2011

Groundhog

F ist am 2.2. endlich 5 geworden, schon seit zwei Jahren wünscht er sich sehnsüchtig diese Zahl F-Ü-N-F und hat kaum jemanden verraten, dass er drei oder vier war. Zudem ist am 2.2. in den USA Groundhog day und da wird eben von einem Groundhog irgendwo in Pennsylvania das Wetter für die nächsten 7 Wochen prognostiziert. Das hat für die drei Jahre die wir hier sind auch gestimmt, denn er sah seinen Schatten und so blieb es winterlich kalt, eben eine kalte Hochdruckwetterlage. Dieses Jahr war eher bedeckt, also kein Schatten und das würde dieses Jahr ein baldiges Ende des Winters ankünden können. mal sehen :) ob der Wettergroundhog Recht behält. CRF wäre es schon Recht bald in T-Shirt in den Garten gehen zu können, ein-zwei derartige Tage gab es auch schon.
Wer den Film „Und ewig Grüßt das Murmeltier“ gesehen hat, weiss dann auch wie der Ort in Pennsylvania heisst...

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Climate Change in Virginia ?

Der Garten um CIRFs Haus versinkt derzeit unter rund 40cm Schnee und am 2. Weihnachtstag ist soviel Schnee an einem einzigen Tag gefallen, das alle Schneefallrekorde fuer Hampton Roads eingestellt worden sind. D.h. es ist mal wieder Winter in Virginia und zwar mit mehr Schnee als in vielen anderen Teilen der USA inklusive Regionen, die an sich um einiges schneesicherer sind als ausgerechnet die ja eher zum Sueden gehoerende Hampton Roads Region.
Inzwischen normalisieren sich immerhin die Strassenverhaeltnisse und CIRFs Fellow-Virginians trauen sich wieder aus den Haeusern. Auf verschneiten Strassen fahren koennen sie zwar eher nicht, aber gluecklicherweise hat es nicht allzuviele Unfaelle gegeben, da sich waehrend des Schnees kaum jemand aus dem Haus getraut hat.

Stellt sich also direkt die Frage, ob die Climate-Change Skeptiker hier in den USA nicht doch moeglicherweise Recht haben und die gesamte Climate-Change Thematik ein einziger riesiger Hoax ist, der von einigen wenigen Akademikern inszeniert wurde ? Immerhin glauben laut der Washington Post nur noch rund 72% der Amerikaner, dass es ueberhaupt so etwas wie Global Warming gibt ( Washington Post - Artikel). Auffaellig ist dabei dann aber vor allem, dass nur 54% der Anhaenger der Republikaner Global Warming als eine Tatsache ansehen, waehrend es vor drei Jahren immerhin noch ueber 70% waren. Dieser Winter wird mit Sicherheit weiter dazu beitraen, dass die Climate Change Skeptiker neue Nahrung fuer ihre Kampagnen finden... Kleinigkeiten, wie Rekordsommertemperaturen und extrem haeufige Stuerme werden dabei natuerlich ebenso verdraengt werden, wie die stetig zunehmenden Hochwasser, die vor kurzer Zeit mal wieder dazu gefuehrt haben, dass es Norfolk in die New York Times geschafft hat und zwar als die Stadt in den USA, in der Global Change und Sea Level Rising am deutlichsten zu spueren sind und nicht negiert werden koennen. (New York Times - Artikel)

Wer jetzt noch weiter schmunzeln moechte gibt bei Google den Namen des Attorney General von Virginia, Ken Cuccinelli, und das Stichwort Climate Change ein. Die Ergebnisse sollten fuer sich sprechen...

Kurz gesagt, CIRF sind weiterhin froh darueber, dass ihr Haus auf einem der hoechsten Plaetze Norfolks steht und gehen trotz aller politischen Wortwolken aus Richmond weiterhin davon aus, dass sowohl Climate Change als auch Sea Level Rise ganz reale Bedrohungen sind, die sie allerdings in keinerlei Art und Weise davon abhalten, den voruebergehenden Schneezauber zu geniessen, Schneemaenner zu bauen, mit Schneebaellen zu werfen, einfach nur durch hindurchzustapfen, oder eben auch die weniger angenehmen Varianten des Umgangs mit Schnee zu praktizieren, d.h. I hat den Schneeschieber in den letzten Tagen zum wichtigsten Gartenwerkzeug erkoren.

I hat sich aber dann doch darauf beschraenkt, nur den Fussweg vor dem Haus und den Weg zur Haustuer zu schieben und meinte nicht, dem leuchtenden Beispiel der Bewohner des Hauses von gegenueber folgen zu muessen, die tatsaechlich die Strasse[sic!] vor ihrem Haus praezise bis zur jeweiligen Grundstuecksgrenze und bis zur Fahrbahnmitte vom Schnee befreit haben. (Sinnigerweise und als echte Winterexperten, haben sie mit dem Schnee dann in der Mitte der Fahrbahn einen Wall aufgeschaufelt, der die Strasse mehr oder minder unpassierbar machte, sobald sie ihr Auto auf dem schneefreien Teer geparkt hatten)


US-Southerners und Schnee bleiben also weiterhin zwei Dinge, die am besten nicht aufeinander stossen, sei es im rein pragmatischen Alltagsleben oder eben auch in der politischen Debatte.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Historische Tatschen

Bei unserer Weihnachtskrippe stehen ganz in der Nähe ein paar Römer und auch eine Burg mit Kreuzrittern ist nicht weit weg. Maria und Joseph werden gelegentlich im Burgturm eingesperrt und die heiligen Könige müssen sich auch vor Wegelagerern und Dieben in Acht nehmen, sie haben doch so schöne goldene Objekte dabei, die den Rittern auch gut gefallen mögen. Wer hat das dem F eigentlich alles erzählt?

Der belgische Ritter


hatte bereits im April 2010 im Hause CIRF Einzug gehalten und F hatte ihn gleich in sein Herz geschlossen, und dass er sich zum heißgeliebten Spielzeug entwickeln würde, war auch bald klar. Er ist nämlich ausgesprochen gut ausgerüstet mit Kopfbedeckungen, Schilden und Waffen – wie F sich selber sieht- als statter Ritter hoch auf dem Ross. Als nun im Adventskalender Union Army Soldaten samt allerlei Zubehör auftauchten, wurde schon Tage lang freudig damit gespielt und auch geduldig jeder neue Tag abgewartet, aber heut war es soweit, der Belgier wurde wieder aus der Verbannung (da wo alles Figurenspielzeug z.Z. lagert) geholt und bekam schnurstracks Heu und Wasserbehälter der Pferde der Adventsfigurensammlung. Ein eindeutiger Fall von Vorzuggebung - Playmobil 4339 ist das Beste.

Montag, 13. Dezember 2010

Schneefall in Virginia

Erster Schneefall in Virginia und das bereits Mitte Dezember. Da muss doch gleich wieder an global warming – äh cooling gedacht werden. Andererseits wurde CIRF von einem Altkollegen erzählt, dass er sich an Jahre erinnern kann, wo man von Norfolk nach Portsmouth rüber auf dem Eis laufen konnte. Und das ist sicher so weit wie über die Weser bei Bremerhaven, aber ohne fließendes Gewässer darunter.
Die Kinder haben sich gefreut und wollten kaum zur Schule, F ging noch vor dem Frühstück erfreut in den Garten und baute einen minikleinen Schneemann und beschmiss das Haus mit hunderten von Schneebällen.
Die ersten Kamelien blühen bei CIRF im Garten und viele weitere Knospen lassen auf einen bunten Winter hoffen.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Biometrics

CIRFs nächster Schritt auf dem Weg zur Greencard: Daß die USA von jedem Besucher bei der Einreise am Flughafen einen Satz Fingerabdrücke haben wollen, ist ja seit Jahren Standard geworden und somit sollten USCIS, der freundlichen Einwanderungsbehörde, von CIRF inzwischen mehr als genügend Fingerabdrücke vorliegen. Dennoch gehört es zum Antrag auf eine greencard noch einmal zwingend dazu, daß ein neuer Satz Fingerabdrücke in die Unterlagen geht. Nachdem CIRF vor einigen Wochen den Termin dafür mitgeteilt bekommen hatten, war es soweit. Statt endloser Warteschlangen zum Glück nur gähnende Leeres beim Application Support Center von USCIS hier in Norfolk und damit eine Wartezeit von Null Minuten. Nach einem kurzen Formular mit den wichtigsten Daten zur Person dann also 31 Fingerabdrücke von CIRF, 30 von CIR und einer von F.
Klassische erkennungsdienstliche Behandlung mit Foto und allem was da sonst noch weltweit zugehört. Mal sehen, wie lange das FBI jetzt braucht, um diese Fingerabdrücke mit all seinen Datenbanken zu vergleichen – haben CIRF irgendwo auf der Welt etwas verbrochen - bevor es mit der Bearbeitung der greencard Anträge weitergehen kann.

Freitag, 3. Dezember 2010

Das DMV, zum wiederholten mal

Da CIRs Führerscheine nur so lange wie das originale Visum gültig waren, hätten CIRF fast zu Fuß gehen müssen... und um das zu vermeiden, war also mal wieder ein Besuch beim DMV, dem amerikanischen Straßenverkehrsamt fällig. Diesmal allerdings mit der besonderen Hürde, das es nicht ein einziges Formular gibt, auf dem bestätigt ist, wie lange wir uns tatsächlich in den USA noch aufhalten dürfen, sondern nur mit einer Bestätigung, dass wir einen Antrag auf eine greencard gestellt haben, der uns für ein paar Monate eine Art Bleiberecht gewährt. In der Summe erwies sich das DMV dann aber ausnahmsweise mal als kompetent und konnte sogar das Formular vor Ort verifizieren und musste es nicht einmal in Kopie nach Richmond schicken. Pending application heißt aber dann eben auch limited duration für die Driving License. Für die nächsten 12 Monate dürfen CIRF nun wieder Auto fahren ... und dann wieder zum DMV, mit sicher ein erneut anderen Satz Papieren…

Donnerstag, 25. November 2010

Thanksgiving 2010

Weihnachten kommt gleich nach Thanksgiving (vierter Donnerstag im November)
Einen Vorteil hat dieser all amerikanische Feiertag so spät im Jahr, denn vorher wird eigentlich nicht so viel an Weihnachten gedacht. Die Amerikaner hier in CIRFs Umgebung nutzen dieses längere Wochenende, um die Dekoration an ihren Häusern anzubringen und damit den weihnachtlichen Beleuchtungsoverkill zu beginnen und in vielen Häusern erleuchten bereits die ersten voll geschmückten Tannenbäume.
CIRF freut sich ab jetzt auch über die im Radio erklingende weihnachtliche Musik.
Thanksgiving gab es dieses Jahr deep fried turkey – kann man sich zwar nicht so richtig vorstellen, aber es war der beste Truthahn den CRF bisher gegessen hatte, denn das sonst eher trockene Fleisch blieb wegen der kurzen Erhitzungsdauer ziemlich saftig. Es wurde bei Freunden aus der Mahjonggruppe gefeiert und der Nachmittag und Abend war eine gemütliche Runde samt Dankbarkeiten und Bastelarbeiten.

Thanksgiving im Flugzeug
Es war mal wieder Thanksgiving und I durfte diesen Tag auf den verschiedensten Flughäfen verbringen, da er ausgerechnet heute aus Europa zurückfliegen musste. Ok, selber Schuld und dann nicht einmal die Frage ‚Turkey or Pasta‘ über dem Atlantik, sondern nur der Standard ‚Chicken or Pasta‘, den Truthahn gab allerdings mit Sicherheit auch weder in Buisness or First-Class.
Bei der Einreise dann ein völlig ungewohntes Bild: übliche Schlangen an allen Schaltern für Visitors und gähnende Leer bei den Citizens – wer fliegt schon als guter Amerikaner an Thanksgiving da ist man besser schon da! I ist prompt auch zum ersten mal in der secondary inspection gelandet, da das Visum ja im Dezember auslaufen wird und der Mensch am Schalter nicht wusste, was er davon zu halten hatte. Immerhin stand sein Supervisor auch auf dem Standpunkt, dass das Visum bis zur letzten Minute am letzten Gültigkeitstag zur Einreise berechtigen würde. Ok, secondary inspection aber dann doch keine weiteren Probleme wieder in das Land hinein zu kommen.

Montag, 15. November 2010

Crash

Crash ja, aber zum Glück nur die Festplatte von Is Notebook. ‚Nur‘ wird allerdings zum relativen Wort, wenn es das Notebook ist auf dem die gesamte Arbeit gespeichert ist und dann der crash auch noch ein paar Tage vor dem Abflug zu einer Konferenz in Europa passiert. Egal wie, dank x-Stunden Arbeit haben die Daten den weg auf eine externe Festplatte gefunden und 130 US$ später gab es auch wieder eine Festplatte, jetzt sogar um einiges größer. Weitere ungezählte Stunden später und mit der professionellen Hilfe von CIRFs Nachbarn, zum Glück ist P hauptberuflicher IT-Spezialist, sind alle Daten wieder auf dem Notebook und zugleich noch ein nigelnagelneues Betriebssystem und so einige aktuelle Kleinigkeiten mehr. In der Summe also ein neuer Computer im alten Gehäuse. Hinweis für alle Leser von CIRF’s Blog: Schludert nicht mit der Datensicherung, man braucht sie immer dann, wenn man am wenigsten mit ihr rechnet und garantiert keine Zeit hat, sich darum zu kümmern.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Regentonne

CIRF wollen ja doch gerne Vorreiter und Beispielgeber im Land der großen Verschwendung und der im Überfluss vorhandenen natürlichen Ressourcen sein. Also trennen sie nicht nur wo eben möglich ihren Müll – wobei die Mülltrennung in Hampton Roads noch in den Kinderschuhen steckt – sind stolze Besitzer eines Komposthaufens im Garten, sondern haben jetzt auch eine Regentonne. I hat sich redlich bemüht eine ganz normal aussehende Tone samt Überlauf und Ausflusshahn im Internet zu erstehen, oder gar einen rain barrel workshop zu belegen, aber hat sich dann doch dazu entschlossen aus einer normalen 40gal Abfalltonne mit Deckel – besser gegen die Myriaden von Mückenlarven - und einem bei Amazon erstandenem down spout diverter so ein Objekt selber zu basteln. Jetzt steht es im Garten und wird bei den doch häufigen sturzbachartigen Regenfällen – am 31.9. fielen unglaubliche 28mm - der letzten Woche gleich ganz voll. Eigentlich müsste an jedem Abfallrohr so eine Tonne sein….
Müll ist ohnehin so ein Thema in den USA, CIRF haben eine Restmülltonne und eine Tonne für den Rest – also alles was recycelt werden kann. Erstere bekommen wir nie voll und wundern uns wie unsere Kleinhaushaltsnachbarn ihre allwöchentlich überfüllen können und unsere Zweite ist meist auch nur halb gefüllt, weil wir es einfach nicht schaffen so viel Müll zu produzieren.