Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frazer Fir oder wir und die amerikanischen Weihnachtsbaeume

Bei CIRF ist mal wieder alles anders als im Rest der USA. Nicht nur, dass sie unbedingt einen echten Weihnachtsbaum haben wollen und keinen aus Plastik, nein, dieser soll auch noch echte Kerzen haben und erst am Heiligabend geschmueckt im Wohnzimmer stehen.
Zusammen der Super-Gau fuer amerikanische Weihnachtsbaeume. Hier in den USA werden die Baeume ueblicherweise gleich nach Thanksgiving in die Wohnzimmer gestellt und somit gibt es jetzt eigentlich schon keine Baeume mehr. Christmas Trees:Sold Out ist denn auch das uebliche Schild an Baumaerkten und Weihnachtsbaumstaenden. Immerhin haben CIRF es doch noch geschafft, ein Baeumchen zu erwerben, eine sogenannte Fraser Fir, die durch ihren dichten gleichmaessigen Wuchs besticht, der es an sich voellig unmoeglich macht, auch nur eine einzige Kerze halbwegs risikoarm im Baum zu befestigen.
Gluecklicherweise waren die letzten Fraser Firs, die noch zu haben waren, dann nicht so ganz der Norm entsprechend und deswegen nicht ganz so dicht, so dass I es gerade hinbekommen hat, wenigstens 12 Kerzen halbwegs sicher im Baum zu plazieren.
Also gibt es deutsche Weihnacht im fernen Virginia, mit Ente statt Gans am 1. Feiertag und Geschenken am Heiligen Abend statt am 1. Feiertag morgens.

CIRF wuenschen Euch allen eine Gesegnete Weihnacht oder eben Merry Christmas

Donnerstag, 3. Dezember 2009

50/50


In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 2009 hat unser kleiner F fünfzig Prozent seines Lebens in Deutschland und die anderen fünfzig Prozent in den USA verbracht haben. Nicht mit eingerechnet die Tage und Wochen die er zwischendrin in anderen Ländern verbracht hat (an derartiger Berechnung soll sich ein Mathematiker versuchen – Daten werden ggf. bereitgestellt). Um seine Amerikatauglichkeit zu beweisen hat F vor ein paar Tagen bei seinen erstaunten Eltern ein Peanutbutter-Jelly-Sandwich bestellt. Jedes amerikanische Kind weiß was das ist und isst es gerne. C und I haben sich eher mit erstaunten Blicken angesehen und hofften, dass F sein Brot ganz alleine aufessen würde. Naja, sie haben da wohl was nicht ganz richtig gemacht, da sie den Rand des Brotes drangelassen haben und Brombeermarmelade auch nicht kinderzahn- und gaumentauglich im amerikanischen Sinne zu sein scheint.

Donnerstag, 26. November 2009

Thanksgiving

CIRF erlebten ihr zweites Thanksgivingfest in den USA. Zuvor hatten CIR schon gelegentlich Partys bei kanadischen Freunden in Berlin besucht, aber der Hype um dieses Fest hier in den USA ist doch erst verständlich, wenn man es selber miterlebt. Historisch gesehen haben die Siedler 1619 am James River (ein paar Kilometer Flussaufwärts von Norfolk) ein Dankesfest zusammen mit den ortsansässigen Indianern gefeiert, denn hier ging es noch um das wortwörtliche Überleben und Dank für die Hilfe von ebendiesen. Allerdings findet sich dieselbe Historie oder auch das selbe Histörchen dann doch noch an jeder zweiten Flussmündung der östlichen USA und wer es lieber wärmer haben möchte, kann sich auch auf eine Begründung der Thanksgivingstradition durch Christopher Kolumbus in der Karibik berufen.

Heute ist das Fest mindestens so wichtig wie Weihnachten und es machen sich Heerscharen von Familien auf den Weg ihre Verwandten zu besuchen, und bei den Ausmaßen der USA haben viele da schon eine ziemliche Strecke zurückzulegen. Auto, Zug, Flugzeug – alles ist unterwegs und Preise skyhigh. CIRF hatten das Glück gleich in Virginia Beach von „Halbverwandten“ eingeladen zu sein und Turkey, Ham, Sweet Potatoes, Corn, Mixed Greens, Pumpkin Pie und diverse andere Beilagen zu versuchen.

Was gehört noch zu einem zünftigen Familienfest dazu? Ja, für manche ein ausgiebiger Spaziergang, Gesellschaftsspiele oder einfach nur viel Zeit für netten Plausch, für die meisten Amerikaner jedoch die drei Footballspiele, die an diesem Tag ausgetragen werden. Zu verschiedenen Zeiten natürlich und da ein Spiel gerne drei Stunden dauern kann, läuft eben die Glotze auch die ganze Zeit. Etwas gewöhnungsbedürftig, zumal offensichtlich die neuen Werbespots, ja Thanksgiving ist einer der üblichen Premierentage, fast wichtiger sind als die Spiele selber!

Cs Cousine aus Phoenix war ebenfalls zu diesem Fest mit ihrer Familie angereist und so wurden Familienfotos ausgetauscht und am Samstag sogar auf der Backbay westlich von Sandbridge bei schönstem Sonnenschein Kanu gefahren.

Samstag, 14. November 2009

Nor’Eastern Storm


Normalerweise ist im Vordergrund kein Teich, erst ganz hinten beginnt der Swamp.
Der Ast wollt schaukeln und hat sich dazu eine Stromleitung ausgesucht. Dirket vor Frithjofs Daycare, so hatten die keinen Strom.

Die letzten Tage erfassten Norfolk die Ausläufer des Hurrikane Ida. 48 Stunden stürmte und brauste es und unendliche Massen Regen prasselte auf das Land. Gepaart mit durch den Ostwind verursachten extremer Flut gab es an vielen Stellen in Norfolk Land unter. Kein Wunder, denn die amerikanische Landschaftsgestaltung hat leider vergessen irgendwelchen Hochwasserschutz in die Gegend einzubauen. Auf Glen Echo hatten CIRF jedoch Glück, denn Haus, Auto und BMW wurden nicht durch die diversen Zweige, ganze Äste oder umfallende Bäume erwischt.


Einfach umgefallen und dabei auch noch einen Kumpel angestoßen.

Denn so mancher Baum lag mit komplett hochgekommenem Wurzelwerk auf Straßen, Autos und Häusern, da der Boden erheblich aufgeweicht war. Viele Strommasten und Leitungen wurden natürlich ebenfalls umgerissen und am Morgen des Freitag des 13. waren ca. 1750 Haushalte in Norfolk CITY ohne Stromversorgung. So waren CRF froh, dass bei ihnen trotz des starken Sturms Strom vorhanden war und auch die Heizung lief. Wenn das Wetter wieder etwas freundlicher wird werden C und R sich bunte Gummistiefel kaufen und mit Hilfe von F im Garten die Äste und Kieferzapfen, so wie Kiloweise Kiefernnadeln, aufsammeln und der Müllabfuhr überreichen.

Trillionen Nadeln
Diese Woche war für alle Schüler in Hampton Roads eine schöne Schulwoche. Mittwoch war ein Feiertag und nachdem sich am frühen Abend abzeichnete, dass es noch stürmischer werden sollte, wurde bereits da die Schließung der Schulen und Universitäten für den Donnerstag angekündigt. Also blieb man zu Hause, trank heißen Tee und genoss den freien Tag - wenn man denn das Getöse des Sturmes ausblenden konnte - und freute sich darüber, dass bereits am Abend auch für Freitag schulfrei verkündigt wurde. Viele öffentliche Gebäude und leider auch das Sportcenter blieben geschlossen. Selbst bei den Armed Forces sollte nur das „essential personell“ anrücken.
CRF haben einen kleinen Spaziergang um Glen Echo gemacht, um den dortigen Zustand zu erkunden. Hier ein paar Eindrücke und wer mehr sehen will schaut auf den link.
www.wtkr.com/news/wtkr-noreaster-gallery,0,2767563.photogallery

Montag, 9. November 2009

Basteln in den Baumärkten


1-2x im Monat gehen CIRF (nicht immer alle) zu einem der beiden führenden Baumarktketten der USA und basteln dort diverse nette Holzgegenstände, immer der Jahreszeit oder einem amerikanischen Großevent, wie dem Beginn der Footballsaison, oder „Fire awareness month“ angemessen.

So hat F bereits eine große Anzahl an nutzbaren Gegenständen gesammelt: Feuerwehrautos oder Feuerwehrstation, Vogelhäuschen, Corn-in-a-Hole- Spiel und Basketballkorb, Buchhalter in Form eines Footballhelmets, Auto-Rennbahn, Blumenuntertöpfe oder Schubkarren (zu Muttertag), Blumenpresse, Schmuckdosen (an Valentine), also vieles was ein kleiner Junge (seine Mutter oder Schwester) gebrauchen kann und er somit auch schon im Umgang mit Hämmern und Kleber geschult wurde, kein Wunder, dass er auch zu Hause immer gerne mit seinem Bob der Baumeister Werkzeug mithelfen möchte.
Schild und Schwert (siehe Halloweenfoto) wurden allerdings dann von I & F doch selber ohne Baumarkthilfe angefertigt und das auch noch ganz ohne Bausatz, sondern einfach aus der Kombination von ein paar Holzresten und ein wenig Zeit auf dem heimischen Deck; von C anschliessend sorgfältig gestrichen und geschliffen, so dass sich die zarte Kinderhand daran auch nicht verletzen kann (höchstens die Eltern, wenn der kleine Ritter übermütig wird...)

Freitag, 6. November 2009

Daycare with four boys all the same age - THREE


F geht seit September in eine andere, private Spielgruppe bei einer Mutter gleich hier um die Kurve und hat viel mehr Spaß dort. Tara hat natürlich nicht die hier zu sehenden Spielgeräte – aber die Wahl an Spielmöglichkeiten ist in ihrem Haus ziemlich unendlich. Es wird auch nicht so viel „gelernt“ sondern spielerisch werden die Themen kennen gelernt.
CF und Tara haben sich bei einem Indoorkinderspielplatz getroffen und die „Four boys“ sind hier zusammen zu sehen. Jack, Max und Sam spielen mit F drei Tage die Woche – Feuerwehrmänner, Bauarbeiter, Eisenbahn, Piraten, Power Ranger, Monster Trucks – was Jungs eben so machen.




Da F gerne Feuerwehr spielt – hier die Stange herunter rutschend zu sehen - ist er ganz nach Fireman Sam eben „Sam“, C spielt meist „Penny“, R ist „Station Officer Steel“ und da bleibt für I nur noch „Elvis“ übrig. Schaut euch mal einen clip bei Youtube an, dann werdet ihr sehen, dass letzterer nicht unbedingt intelligent aber liebenswürdig ist.

Neustes von Rs Fahrkünsten

Ihre Fortschritte im Umgang mit dem grünen vierrädrigen Ding vor der Tür sind stetig. Kein Gehoppel mehr beim Losfahren, weniger aus der Spur fahren beim in der Kurve den Gang wechseln – ja unser Auto hat entgegen dem amerikanisch Üblichen eine Gangschaltung - und CI können in der Zwischenzeit auch Strecken vorschlagen, wo man nicht nur rechts abbiegen muss, sondern auch den Gegenverkehr kreuzen kann. Jede Minute wird von R aufgeschrieben und für die Schule vermerkt, damit sie möglichst bald mit „behind the wheel“ anfangen kann. Ja, das wird doch glatt in der Schule angeboten, wenn man die ersten 40 Stunden Autofahren mit seinen Eltern abgearbeitet hat.
Noch bis 4. März muss R in Begleitung fahren, dann darf sie es ganz alleine, wenn sie denn erfolgreich den Fahrtest beim DMV besteht. Ab dann werden CI um ihr Auto bangen, die Versicherung hat jedoch bereits jetzt ordentlich zugeschlagen. Was man in Deutschland wohl an Unterricht zahlt, gibt man hier der Versicherung. Nix mit billigem Führerschein in den USA, keine Ahnung wie die Austauschfamilien das immer regeln? Sind wohl nicht deutsche Fahranfänger mit einer ohnehin etwas höheren Prämie.

Samstag, 31. Oktober 2009

Trick or Treat and Happy Halloween


Dieses Jahr haben CRF richtig am amerikanischen Halloween teilgenommen, das heißt sie waren eingeladen mit drei anderen Familien zusammen einen Potluck zu halten und danach mit den Kindern durch die Umgebung zu laufen und bei den vielen herbstlich schön – selten gruselig – geschmückten Häusern in der Umgebung nach Treats zu fragen. CRF hatten einen sehr lustigen Abend und ziemlich erfolgreichen Zug durch die Vorgärten, denn so wie der Berg Süßigkeiten in Fs Schale aussieht, können CIRF das bis in die Weihnachtszeit kaum verspeisen und tragen konnte der kleine Ritter seinen Plastikkürbis ohnehin nicht mehr, denn wie/wo sollte er noch Schild und Schwert halten?

Neben seiner Halloweenverkleidung hatten CRF ja auch noch eine schöne selbst gebastelte beleuchtete Laterne mit auf dem Weg, denn auch in Virginia wird es jetzt, nach der Zeitumstellung, um 5:15 dunkel.


Halloween ist hier ganz weit weg von jeglichem „antichristlichen“ Gehabe. Es ist die einmalige (jährliche) Möglichkeit sich von seiner Couch zu heben und in der eigenen Wohnumgebung ein wenig herum zulaufen, dabei seine Nachbarn vielleicht zum ersten Mal live zu sehen und dazu noch ein freundliches Happy Halloween verlauten zu lassen.

Herbst in Virginia



Am 31. Oktober hatten CRF in Norfolk herrliches Wetter und wollten den letzten Tag der Jahreskarte für den Botanischen Garten nochmals nutzen. T-Shirt bei gut 23ºC – kein Problem; Tramtour - wobei wir den Text nach der 20igsten Fahr hierin in der Zwischenzeit auch selber mitsprechen könnten; Rosengarten in herrlichem Geruch der durch den angenehmen Wind auch schön verteilt wurde; und ein kleines Picknick gehörten zu unserem Ausflug dazu.
Während I in Oslo wohl etwas kälteres Wetter hatte. Tja, wer gern auf Tagungen in nördliche Gegenden fährt und sich mit der Nutzung von Kühleis beschäftigen möchte, tauscht gerne den schönen Herbst in Virginia für ein paar Tage gegen kaltes Nieselwetter ein.

Sonntag, 18. Oktober 2009

McArthur Mall after five

Seit dem 18.10.09 dürfen in Norfolk die Menschen unter 18 nicht mehr nach 17:00 ohne volljährige Begleitung in die Mall. Diesen glorreichen Einfall hatte der Mall Manager da er glaubt, die Kids stellen dumme Dinge an, was nach Berichten der Polizei nicht zu belegen ist, und stören die „normalen“ Bummler beim Einkauf, was nach CIRs Empfinden bisher nicht auffällig war. Aber sie sind auch keine guten Beispiele, um das beurteilen zu können, denn sie waren nicht besonders oft dort – wenn dann zwar eher nach 5pm - aber werden auch nicht mehr das Vergnügen haben, denn da machen sie nicht mit und gehen eben wo anders shoppen, auch wenn sie dann weiter fahren müssen… Leider hat dieses Verbot die Teenager nicht zu wirklichen Protestaktionen motivieren könne. Sie waren zwar auf facebook fleißig am chatten darüber, aber leider ist nicht wirklich etwas bewegt worden.
Ins Kino in der McArthur Mall dürfen die Teens auch nicht mehr alleine, auch nicht bei Filmen, die unter 12 „ratet“ sind. Soll das heißen, das C jetzt jeden Teenagerfilm oder gar Twilight (Teil 2) mit R mit ansehen muss – oh Graus – was C schon immer wollte.